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Es springt einen förmlich an, das urgewaltige "Deus in adjutorium" mit dem Claudio Monteverdi seine Marienvesper beginnt. Klar, kompakt, und kraftvoll intoniert der Norddeutsche Figuralchor diese flehentliche, von strahlenden Fanfarenklängen untermalte Anrufung des Schöpfers. Doch dieser erste Höhepunkt eines beeindruckenden Konzertes in der hannoverschen Marktkirche ist eigentlich nur das mächtige Portal, das die Choristen und das treffliche Originalklangensemble Musica Alta Ripa durchschreiten müssen, um in den Zaubergarten von "Il divino Claudio", dem göttlichen Claudio, zu gelangen. Die folgenden 90 Minuten wurden zu einem inspirierten und inspirierenden Hörfest - und zu einem Leerstück in Sachen chorischer Makellosigkeit. Nimmermüder Motor der Darbietung war Jörg Straube, der das Niveau des Ensembles seit nunmehr 26 Jahren auf hohem Niveau zu halten versteht. Wie aus einem Munde folgt die perfekt disponierte Sängerschar jedem Wink ihres Dirigenten und entfaltet eine Klangschönheit, die [...] ihresgleichen sucht.
[...] Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Schon als der aus knapp 40 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor "Der Abend" von Richard Strauß anstimmte, konnte man sich an den bis in exponierte Höhen geschmeidig und intonationsrein erklingenden Stimmen erfreuen; überhaupt zeigte sich, dass diese "Höhenkultur" zu den herausragenden Qualitäten des Figuralchors gehört. So war es neben den substanzreichen Männerstimmen [...] gerade die leichte schwebende Aura, die die Soprane umgab und die Modulationen und sensibel empfundenen Harmoniewechsel zu einem beglückenden Erlebnis werden ließ. [...]
[...] Es scheint, als hätte der greise Thomaskantor sämtliche Facetten menschlichen Glaubens, Hoffens und Sehnens in seinen letzten großen Wurf einfließen lassen - darauf bauend, dass sich eines Tages ein Chor fände, der souverän und leidenschaftlich genug ist, diese überbordende Ideen- und Empfindungsfülle zum Klingen zu bringen. Ein Chor möglicherweise, der mit so jugendlich-elastischen Stimmen und so viel flammendem Enthusiasmus gesegnet ist wie der Norddeutsche Figuralchor.
[...] Mit vorbildlicher Vokalkunst formulierte der Norddeutsche Figuralchor Schumanns musikalisches Biedermeier. [...] Straubes Interpretation machte keinen dicken Kopf, sie löst eher heitere Beschwingtheit und manch dezentes Lächeln aus. [...] Und geschärfter, schwebender, virtuoser und insistierender lassen sich auch Poulencs A-capella-Gesänge kaum singen.
[...] Schon hier bannten die Sänger das Publikum: Intonationsreinheit. Textverständlichkeit, exquisite Stimm-Mischung. [...] Doch die Bedrohung durch Krieg und Unterdrückung und der tiefe Wunsch nach Freiheit spiegeln die Interpreten durch die präzise herausgearbeitete Tonsprache Poulencs wider. Wechsel von Konsonanz und freier Tonalität stehen neben Ruhepunkten und heftigen Erschütterungen.
[...] In den Motetten, die zu den großartigsten Schöpfungen der Chormusik gehören, überzeugte die klare Stimmführung, der differenzierte Ausdruck und die überaus plastisch geratene musikalische Interpretation. Der Jubel und die überschwängliche Lobpreisung skizzierten die Gesangsstimmen als ein kunstvolles Geflecht aus Wechselchören und Fugen, durch die gerade am Schluss eine grandiose Mehrstimmigkeit entstand. Sauber und textverständlich sang der Figuralchor sämtliche anspruchsvolle Partien. Nach einem reinen Bach-Konzert, das die Seele berührte, forderte das Publikum noch zwei Zugaben.
Auf ein volles Vierteljahrhundert blickt der Norddeutsche Figuralchor in diesem Jahr zurück. Aber hörbar in die Jahre gekommen ist das herausragende Vokalensemble noch lange nicht. Wie eh und je scheint es ein Magnet für jugendlich-spannkräftige Stimmen zu sein, die unter der um- und weitsichtigen Anleitung von Jörg Straube zu einem unverwechselbaren Gesamtklang verschmelzen.
[...] Die Choristen bieten eine gewohnt schwere- und schlackenlose, auch in den Solopartien durchweg ansprechende Vorstellung [...] im abschließenden "Dixit Dominus" vollbringen sie kleine chorische Wunder - am fesselndsten vielleicht das gestochen scharfe, dynamisch überaus kontrastreiche Profil des genauso geschmeidig wie energisch dargebotenen Eingangschores. [...]
[...] Was das Publikum [...] zu Gehör bekam, erwies sich als wahrlich weltmeisterlich. Unter dem Leitgedanken "Festlich in den Advent" präsentierten der Figuralchor Hannover und das Ensemble Musica Alta Ripa unter der Leitung von Jörg Straube Psalmkompositionen und Konzerte [...] Aber auch die hervorragenden Solisten des Chores überzeugten. [...] Das von beiden Ensembles zum Abschluss aufgeführte Dixit Dominus von Händel unterstrich die besondere Klasse der Künstler.
[...] Auf ähnliche Art erfreulich wirkte der Norddeutsche Figuralchor aus Hannover unter Jörg Straube. Er ist stimmlich und gestalterisch hervorragend, aber dennoch kein Projektchor aus Profis, die sich nur selten treffen. Der begnadete Chorfachmann Jörg Straube probt mit dem Chor wöchentlich und hat ihn zu einsamer Höhe geführt. Das zeigten Bachs Motetten "Komm, Jesu, komm" und "Der Geist hilft". Straubes rasch fließende Tempi klangen dennoch nicht hastig; auch Bindungen und Staccati wirkten nicht marottenartig übertrieben, sondern es wurde so natürlich musiziert, wie es für gute Musiker selbstverständlich sein sollte. Begeisterter Beifall.
[...] Für die Verständlichkeit von Koerppens vielschichtiger Klangsprache sorgten die knapp 30 Sänger des vielfach ausgezeichneten Figuralchores sowie die Organisten Ulfert Smidt und Ryoko Morooka. Kein Akkord war dem Ensemble zu farbgewaltig, keine Klangfläche zu weit. Chorleiter Jörg Straube lotete [...] Koerppens packendes Psychogramm seismographisch genau aus. Auch in der 1992 entstandenen Chorerzählung "Elia" glänzte der Figuralchor mit einem beeindruckenden Spektrum zwischen Flüstern, entrücktem Piano und schillerndem Klangfächer. In Johann Sebastian Bachs Motette "Jesu, meine Freude" schließlich steuerte Straube ebenso geradlinig wie anrührend auf diesen einen, so bedeutenden Satz zu: "Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein." Unprätentiöser und gleichermaßen direkter lässt sich Bachs Glaubensbekenntnis wohl kaum übersetzen. Dem Figuralchor gelang das nachhaltig und souverän.
From our perspective [...] several lengthy and hugely demanding items won our admiration. The Norddeutscher Figuralchor [...] gave us two marvellous experiences, with Strauss's racy and unpublished Die Gottin in Putzzimmer (alluding to his wife's untidiness!) and Schonberg's Friede auf Friede (horrendously difficult, emerging as beautiful and deeply moving) plus, in their church concert, Bach's great motet Jesu meine Freude (often sung with instrumental support to prevent the pitch falling, but not by these seasoned virtuoso singers).
[...] Was die Sängerinnen und Sänger unter Jörg Straubes dezidiertem wie tänzerischem Dirigat zu Wege brachten, war Chorkultur höchster Güte. Der vollkommen durchlichtete, geradezu schwebende Klang, die perfekte Balance zwischen den Einzelstimmen, die gemeißelte Diktion: Das alles weist dem Norddeutschen Figuralchor einen wahrhaft exponierten Platz [...] zu.
[...] Doch nur ein Chor von der Klasse des Norddeutschen Figuralchores kann die Nuancen und Schattierungen auch herausstellen. Wobei Jörg Straube auf jedes Detail vom rezitierenden Tonfall bis zu illustrativen Dissonanzen achtete und diese entsprechend modulierte: der Chor sang mit eben soviel Herz wie Verstand.
[...] Mühelosigkeit und Geschmack auf der einen sowie ein bestechendes Maß an choristischer Vokalkunst und Perfektion auf der anderen Seite waren an diesem Abend spektakulär.
[...] war ein seliges Schwelgen des Männerchors mit leichten, beweglichen Stimmen, und in der Vereinigung bestachen beide Chöre [...] immer wieder durch das hohe Maß an Stimmkultur, die schlackenlose Reinheit der Chorsolisten, die beispielhafte Verständlichkeit des Textes und seine eindringliche Gestaltung.
[...] begeisterte der renommierte Norddeutsche Figuralchor unter präziser, angenehm weniger am theatralischen Gestus als an musikalischer Substanz interessierten Leitung von Jörg Straube. [...] Ausnahmezustand im oftmals mehr auf plakative Effekte eingestimmten Konzertbetrieb. [...] außergewöhnlich hohe Textverständlichkeit [...] Am meisten sangen sich allerdings die überragenden Solisten des Norddeutschen Figuralchors ins Zentrum der allgemeinen Begeisterung [...].
[...] Jörg Straube und der Norddeutsche Figuralchor interpretierten die Messe [...] in der hannoverschen Marktkirche mit dosiertem Schwung, der dem Kaleidoscop von Belcanto-Schmelz [...] und filigranen Fugato-Sätzen in allen Facetten gerecht wurde.
[...] Auch dieses mal hatte er ein außergewöhnliches Ensemble eingeladen, den Norddeutschen Figuralchor unter der Leitung von Jörg Straube. [...] Mit ausgezeichneter Artikulation und viel Einfühlungsvermögen interpretierten die jungen Sängerinnen und Sänger [...] bestach der Chor durch sein musikalisches Verständnis [...] .
[...] Gleich die Fest- und Gedenksprüche op. 109 von Brahms ließen keinen Zweifel daran, daß bei dem semiprofessionellen Ensemble der Wortteil "professionell" bei weitem überwiegt.
[...] Und wenn ein Ensemble wie der Norddeutsche Figuralchor diese Musik zum klingen bringt, meint man, durch himmlische Sphären zu gleiten. Die Stimmen schweben, atmen die Musik, die einzelnen Stimmlagen wachsen auseinander und doch immer wieder zusammen.
[...] Das stilistisch vielschichtige Werk erfuhr in der Basilika des Johannisberger Schlosses eine sehr intensive, beeindruckende Deutung durch den Norddeutschen Figuralchor unter der Leitung von Jörg Straube. Dabei gelang es dem Ensemble, sowohl die mystischen, in modalen Harmonien versunkenen Abschnitte spannungsvoll umzusetzen, als auch die dramatischen, oftmals in Ostinati-Rhythmen gestalteten Passagen packend darzustellen. [...] Dazu kommt, dass der Chor auch die technischen und intonatorischen Tücken dieses harmonisch anspruchsvollen Werkes aus den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts perfekt umschiffte.
[...] Man war wie benommen. Wäre am liebsten in stille Rheinauen geflohen, um das soeben Gehörte erst einmal zu verdauen. Mit wieviel Geschmack hier gesungen wurde, mit wieviel Sinn für Nebenschauplätze.
[...] Zu bewundern war zunächst natürlich das technische Vermögen des 27 Sänger starken semiprofessionellen Chores: Die enorme Ausdauer, die hervorragende Balance zwischen den Stimmgruppen [...] und die angenehm schlanke und kontrollierte Tongebung auch in den dicht bewegten achtstimmigen Abschnitten.
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