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Norddeutscher Figuralchor

Aber es war mehr noch die Stunde von Chor und Orchester, die in bester Abstimmung und Homogenität miteinander agierten. Ehrfurchtsvoll erklang das Gratias, meditativ und stark zurückgenommen das "Qui tollis" - um dem anschließenden "Cum sancto spirito" mit kontrastierendem Nachdruck umso mehr Glanz zu verleihen. Blitzsaubere, in den Einzelstimmen absolut deckungsgleich ausgeführte Koloraturen selbst bei teils extrem angezogenen Tempi, aber auch feinste, dennoch tragfähige Pianissimopassagen bewiesen die hohe sangliche Qualität des Chores.
Auf besonders überwältigende Weise kam dies zum Ausdruck in zwei zentralen Aussagen des Credos: nämlich bei der dramatischen Passage von Tod und Auferstehung Christi, aber sogar noch intensiver, bewegender bei der zunächst von Zweifel bestimmten, nur sehr zögerlich geäußerten Auferstehungshoffnung, die dann unvermittelt von einer zutiefst überzeugten, von blitzenden Trompetenfanfaren unterstützten Gewissheit überstrahlt wird. Mit dem packenden "Dona nobis pacem" in ausgeprägt aufblühender Dynamik wurde ein grandioser Schlusspunkt gesetzt.
Weser-Kurier  |  26. September 2016

Doch der 1981 gegründete Norddeutsche Figuralchor ist für solche Aufgaben hervorragend gerüstet. Wie das Konzert eindrucksvoll zeigte, sorgt Straube nicht nur für die klangliche Sauberkeit, die bis auf verschwindend geringe Ausnahmen stets perfekt gewährleistet war, sondern auch für die Homogenität des Chorklanges, für das Hervortreten thematisch wichtiger Stimmen, für Ausgewogenheit und Transparenz.
[...] Wenn es dann aber derart perfekt gelingt wie beim Norddeutschen Figuralchor, kann man nur noch staunen.
Göttinger Tageblatt  |  15. September 2016

Dieser semiprofessionelle Kammerchor gehört zu den besten in Deutschland. Und wenn man gleich zum Einstieg des Konzertes die Motette "O Tod, wie bitter bist du" hört, dann weiß man auch sofort, warum das so ist. [...]
Der Figuralchor ist sehr ausgeglichen besetzt, kaum ein Kammerchor hat zum Beispiel den Luxus, gleich acht hochkarätige Tenöre in den Reihen zu haben. Dazu kommt ein homogener Chorklang, der seinesgleichen sucht. Natürlich ist das das Ergebnis langer Arbeit, aber auch die Handschrift des Leiters Jörg Straube. Jede einzelne Stimme ordnet sich dem Ganzen unter, ein perfekter Vokalausgleich sorgt für einen absolut harmonischen Chorklang.
Das hohe Niveau des Chores sorgt aber auch dafür, dass die Sängerinnen und Sänger auch auf kleinste Nuancen des Dirigates reagieren können. Sollten überhaupt irgendwelche klanglichen Unwuchten auftauchen, werden diese schon im Ansatz korrigiert.
[...] Der Norddeutsche Figuralchor singt die hochkomplexen Harmonieverrückungen mit einer Selbstverständlichkeit, dass man als Zuhörer nur noch staunen kann. Dieses Staunen schlägt in Atemlosigkeit um, wenn Jörg Straube seinen Chor Pianissimo singen lässt. Die Lautstärke auf das Äußerste zu reduzieren und dabei den vollen Klang weiter zu behalten - das ist ganz große Kunst.
[...] Vor der Pause gab es das Kyrie aus der Missa Pape Marcelli von Palestrina. Hier bewies der Chor, dass er auch diese Musik perfekt beherrscht: klar und durchsichtig erklangen die Töne des italienischen Renaissance-Komponisten. Und nach der Pause erklang die Motette "Jesu meine Freude" von Johann Sebastian Bach. Gerade in dieser Motette kommt die genaue Stimmführung und Homogenität der Chorstimmen besonders gut zur Geltung. Das ist Chorklang in Vollendung!
www.kulturbuero-goettingen.de  |  12. September 2016

Jörg Straube versteht es seit nunmehr 34 Jahren, die Stimm- und Chorkultur des Norddeutschen Figuralchors mit Weitsicht auf höchstem Niveau zu halten. Textverständlichkeit und Intonationssicherheit zählen hier genauso zum guten Ton wie geradezu plastische Interpretationen aus spannungsstarken Stimmen.
Hildesheimer Allgemeine Zeitung  |  20. April 2015

Zur Aufführung von Händels "Messiah" mit den Bremer Philharmonikern:
Beeindruckend dabei der Norddeutsche Figuralchor, der die ausgedehnten Chorpartien in perfekter dynamischer Ausgewogenheit, dabei stets kraftvoll und sauber artikuliert zu Gehör brachte.
Weser-Kurier  |  23. März 2015

Das von Jesus- und Marien-Anrufungen geprägte Adventskonzert konzentrierte sich nicht auf barocke Klangsphären, sondern öffnete zweimal ein Fenster in die Gegenwart. Zum einen trat der Bassist Keno Weber heraus aus den Stimmen und dirigierte die achtstimmige Motette "O bone Jesu" des Schotten James MacMillan so kundig, daß der Chor sowohl die linearen als auch akkordischen Partien mühelos gestaltete. Zum anderen wiederholte der Norddeutsche Figuralchor eine ihm gewidmete Komposition, die er im Sommer uraufgeführt hatte. "Licht und Namen" hatte Charlotte Seither ihr Werk betitelt. Die Musik beginnt mit Schwebeklängen der in den Seitenschiffen postierten hohen Frauenstimmen und findet erst ganz allmählich den Weg zu tiefen, sogar abgrundtief raunenden Männerstimmen. Dem in allen Registern geschmeidigen Norddeutschen Figuralchor passte Charlotte Seithers musikalische Färbung so perfekt, daß "Licht und Namen" auch in der hannoverschen Marktkirche fast atemberaubend suggestiv wirkte.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  2. Dezember 2013

Die Meistersinger zu Weiden. Max-Reger-Tage mit superbem Konzert des Norddeutschen Figuralchors [...] Neben Reger stand von Richard Strauß die "Deutsche Motette" op. 62 (1913) auf dem Programm, ein Gipfelwerk spätromantischer Chorliteratur, das aufgrund seiner exorbitanten Schwierigkeiten nur selten live zu hören ist. Noch seltener erklingt es in einer so souveränen Interpretation. [...] Geführt von der wunderbar klar und vokal angelegten Dirigiertechnik von Jörg Straube vermitteln die Solisten und Sänger des Norddeutschen Figuralchors ein außergewöhnliches Vokalerlebnis: Chöre, welche die Chromatik in Regers "Vater unser" fast ohne Wackler und die Strauß-Motette mit solch orchestraler Fülle und mit derartigen dynamischen Kontrasten präsentieren können, muß man mit der Musik-Lupe suchen. Die souveränen Sänger musizieren in jeder Stimmgruppe mit bestechender klanglicher Homogenität. Sie scheinen chromatische Melodien und Akkordverbindungen schon mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Selbst nach dem Hochleistungssport à la Strauß können sie noch als Zugaben einen lichten, locker bewegten "Traum unser lieben Frauen" und ein mystisch-schimmerndes Nachtlied von Reger hervorzaubern.
Der neue Tag (Oberpfalz)  |  7. Oktober 2012

Jörg Straube und seinem vorzüglichen Figuralchor gelang [in den Bach-Motetten] intensive Sprachformung. Ihre zwischen fabelhaft ausgeleuchteten Akkorden und konzertanter Beweglichkeit pendelnde Musikalität war hinreißend. Als der Chor aus dem Altarraum ins Publikum wanderte und dort ein sechzehnstimmiges "Crucifixus" von Antonio Caldara intonierte, geriet das Publikum vollends in den Bann der Musik.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  17. September 2012

Der Norddeutsche Figuralchor bildet mit seinem Gründer und Leiter Jörg Straube eine geistige, eine musikalische Einheit, die in jedem Ton zu spüren, zu hören ist. Das Ensemble zählt zu den besten semiprofessionellen deutschen Kammerchören, ist Gewinner zahlreicher Wettbewerbe, seine CDs sind vielfach ausgezeichnet, darunter fünfmal mit dem Echo-Klaßik-Preis. Entsprechend hoch waren also die Erwartungen bei diesem ersten Konzert des Mahlerfestes der 21. Internationalen Fredener Musiktage im Fagus-Werk Alfeld. Mahler-Lieder bildeten den Schwerpunkt des Programms, und zwar in Bearbeitungen des 1925 geborenen Dirigenten und Komponisten Clytus Gottwald für bis zu 16 Stimmen. [...] Der Norddeutsche Figuralchor zeichnet sich - das wurde gleich beim ersten Lied in diesem Konzert, "Urlicht", deutlich - durch hervorragende Textverständlichkeit aus. [...] Nichts wirkt - besonders deutlich wurde das in "Scheiden und Meiden" - zurechtgelegt, sondern ergibt sich zwingend aus der Logik der Musik und des Textes. Das Ensemble besitzt hervorragend geschulte Stimmen, die es Straube ermöglichen, auch solistische Partien wie in Franz Schrekers dramatischem Werk "Der Holdestein" aus dem Chor heraus zu besetzen, ohne daß das wie eine mehr oder weniger peinliche Notlösung wirkt. [...] In Mahlers Liedern ist viel von Leid und Tod die Rede. Umso beglückender, daß Straube und sein Norddeutscher Figuralchor [...] in "Um Mitternacht" Trost und Zuversicht zu vermitteln. Trost und Zuversicht, die die Seele weit machen. Ein berührendes Konzert.
Hildesheimer Allgemeine Zeitung  |  1. August 2011

In romantischen Chorsätzen zeigte der Chor fein nuancierte Gestaltung und hervorragende Balance der Stimmgruppen. [...] Einer der bekanntesten Sätze war die "Waldesnacht" von Johannes Brahms, die hier in einer besonders ruhigen, leisen Fassung erklang, die sich bis zur dritten Strophe immer mehr in einer kontemplativen, verinnerlichten Stimmung von außerordentlicher Intensität konzentrierte. Bachs Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" stellt ohne Continuo-Begleitung ebenfalls sehr hohe Ansprüche. Der Chor näherte sich den freudigen Klängen sanft, dynamisch zurückgenommen und über weite Strecken in sehr ruhigen Tempi. Jörg Straube nutzte den so gewonnenen Gestaltungsspielraum: keine Spur von pauschalem Dr&üuml;ber-weg-Singen, stattdessen genaue Ausdeutung des Textes. Einzelne Stimmen wurden aus der doppelchörigen Struktur hervorgehoben, feine dynamische Nuancen prägten den Klang. Die Schlußteile "Lobet den Herrn" und "Alles, was Odem hat" ging der Chor in sportlich lebhaftem Tempo an, in dem die Koloraturen locker und leicht perlten. Eine beeindruckende Leistung, zumal das Werk ganz am Ende eines nicht eben harmlosen Programms stand.
Neue OsnabrÜcker Zeitung  |  28. September 2010

Musikgeschichtlich spannte der Norddeutsche Figuralchor einen Bogen über vier Jahrhunderte: Eine Totenmesse des Renaissancekomponisten de Victoria begegnete den Schwebeklängen in György Ligetis 16-stimmigem "Lux aeterna" von 1966. Den von Jörg Straube mit gewohnt präziser Energie geleiteten und hörenswert vom jungen Keno Weber geleiteten Choristen bereitete die stilistische Vielfalt keine Schwierigkeiten. Sie formten einen weichen Klang, der dennoch bis hin zu geringsten Lautstärken stabil blieb. Das war hohe Stimmkultur eines flexiblen Kammerchors, der in der Chorszene zur Spitzenklasse gehört.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  8. März 2010

[...]
Eröffnet wurde das Konzert mit der dritten Motette aus Regers Opus 110: "O Tod, wie bitter bist du" [...]. Der mit zirka 40 Sängerinnen und Sängern besetzte Chor sang diese dichte und ausdrucksstarke Motette in wunderbar stimmlicher Geschlossenheit. Straube inspirierte seinen Chor mit einladender Gestik zu fein nuancierter klanglicher Gestaltung: kraftvoll, doch ohne Forcieren im Forte, leuchtend auch im Piano, flexibel und bruchlos in der rasch wechselnden Dynamik. [...]
Damit war die Messlatte für die weiteren Reger-Chorwerke gesetzt. Hochexpressiv und facettenreich in ihrer schweifenden Chromatik die drei sechsstimmigen Chöre op. 39 "Schweigen - Abendlied - Frühlingsblick". [...]
Schluss- und Höhepunkt zugleich war Regers "Vater unser" für zwölf Stimmen in drei Chören [...]. Jedenfalls war dieses "Vater unser" in seiner Komplexität eine angemessene Aufgabe für den semiprofessionellen Chor - ein großartiges Hörerlebnis.
Schlichter und volkstümlicher präsentierten sich die Schubert-Chöre. Neben einem dreistimmigen Frauenchor, dem "Großen Halleluja" nach Klopstock erklang in acht Sätzen die "Deutsche Messe" [...]. Zusammen mit der Begleitung Bosserts [...] gewannen die meist homophonen Sätze durch den ebenmäßigen Klang des Figuralchores milde Wärme. Besonders andächtig lauschte man dem verklärten dreimaligen "Heilig" - einfach schön!
Zum Klangerlebnis wurde auch der differenzierter gestaltete 23. Psalm "Du bist mein Hirte" für vierstimmigen Frauenchor [...].
[...]
Heidenheimer Zeitung  |  9. September 2008

Es springt einen förmlich an, das urgewaltige "Deus in adjutorium" mit dem Claudio Monteverdi seine Marienvesper beginnt. Klar, kompakt, und kraftvoll intoniert der Norddeutsche Figuralchor diese flehentliche, von strahlenden Fanfarenklängen untermalte Anrufung des Schöpfers. Doch dieser erste Höhepunkt eines beeindruckenden Konzertes in der hannoverschen Marktkirche ist eigentlich nur das mächtige Portal, das die Choristen und das treffliche Originalklangensemble Musica Alta Ripa durchschreiten müssen, um in den Zaubergarten von "Il divino Claudio", dem göttlichen Claudio, zu gelangen. Die folgenden 90 Minuten wurden zu einem inspirierten und inspirierenden Hörfest - und zu einem Leerstück in Sachen chorischer Makellosigkeit. Nimmermüder Motor der Darbietung war Jörg Straube, der das Niveau des Ensembles seit nunmehr 26 Jahren auf hohem Niveau zu halten versteht. Wie aus einem Munde folgt die perfekt disponierte Sängerschar jedem Wink ihres Dirigenten und entfaltet eine Klangschönheit, die [...] ihresgleichen sucht.
Nicht minder makellos als das geschmeidige Zusammenwirken aller Beteiligten sind die Stimmen der meisten solistisch hervortretenden Choristen [...]. [...] in ihrer Geschlossenheit schwer zu übertreffende Gesamtleistung [...]. Ergriffenes Schweigen, dann sehr langer, sehr herzlicher Applaus.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  3. Dezember 2007

[...] Die hohen Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Schon als der aus knapp 40 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor "Der Abend" von Richard Strauß anstimmte, konnte man sich an den bis in exponierte Höhen geschmeidig und intonationsrein erklingenden Stimmen erfreuen; überhaupt zeigte sich, dass diese "Höhenkultur" zu den herausragenden Qualitäten des Figuralchors gehört. So war es neben den substanzreichen Männerstimmen [...] gerade die leichte schwebende Aura, die die Soprane umgab und die Modulationen und sensibel empfundenen Harmoniewechsel zu einem beglückenden Erlebnis werden ließ. [...]
Es sind nicht nur seine absolute Präsenz, sein eindeutiges Dirigat, es ist vor allem ein gewisses Extra, eine fast suggestive Ausstrahlung, die ihn für einen a-cappella-Klang sensibilisieren, die es ihm erlauben, den Chor - zwar niemals loszulassen - aber strömen zu lassen, und die Stimmen nach dem Aussingen weit gespannter Melodiebögen quasi wieder einzufangen, neu zu formen und wie in der Zugabe der beiden für 16-stimmigen Chor eingerichteten Wesendonckliedern von Richard Wagner ("Träume", "Im Treibhaus") ein webendes Überlagern der Klänge zu erzielen, wie es so prägend für die Tristanromantik war.
[...] leitete gedanklich schon hin zu einem der anspruchsvollsten Chorwerke, der [...] von Francis Poulenc komponierten Kantate für Doppelchor "Figure humaine" [...].
Er schildert ein Kaleidoskop von Gefühlen; lautmalerisch illustriert er die Texte; zornig, lyrisch, depressiv oder hoffnungsvoll empfindet der Chor die Situationen nach, gestaltete bis an die Grenze des Singbaren und fiel nach beklemmendem Aufschrei in erlösende Beruhigung zurück: "Liberté".
Rotenburger Kreiszeitung  |  8. Oktober 2007

[...] Es scheint, als hätte der greise Thomaskantor sämtliche Facetten menschlichen Glaubens, Hoffens und Sehnens in seinen letzten großen Wurf einfließen lassen - darauf bauend, dass sich eines Tages ein Chor fände, der souverän und leidenschaftlich genug ist, diese überbordende Ideen- und Empfindungsfülle zum Klingen zu bringen. Ein Chor möglicherweise, der mit so jugendlich-elastischen Stimmen und so viel flammendem Enthusiasmus gesegnet ist wie der Norddeutsche Figuralchor.
[...] Die vielfältigen Schwierigkeiten, die Bach seinen Sängern aufbürdet, meisterte der technisch wie gestalterisch hochsouveräne Figuralchor gleichsam mit einem entspannten Lächeln auf den Lippen. So entfaltete jeder Satz die ihm gemäße Stimmung mit größtmöglicher Natürlichkeit [...].
Wie stets ließ Jörg Straube die diffizilen Arien nicht von stimmgewaltigen Gastsolisten, sondern von ausgewählten Sängern aus den eigenen Reihen bestreiten - eine Entscheidung, die [...] dem intimen Reiz der Darbietung überaus zuträglich war. [...]
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  18. Dezember 2006

[...] Mit vorbildlicher Vokalkunst formulierte der Norddeutsche Figuralchor Schumanns musikalisches Biedermeier. [...] Straubes Interpretation machte keinen dicken Kopf, sie löst eher heitere Beschwingtheit und manch dezentes Lächeln aus. [...] Und geschärfter, schwebender, virtuoser und insistierender lassen sich auch Poulencs A-capella-Gesänge kaum singen.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  16. Oktober 2006

[...] Schon hier bannten die Sänger das Publikum: Intonationsreinheit. Textverständlichkeit, exquisite Stimm-Mischung. [...] Doch die Bedrohung durch Krieg und Unterdrückung und der tiefe Wunsch nach Freiheit spiegeln die Interpreten durch die präzise herausgearbeitete Tonsprache Poulencs wider. Wechsel von Konsonanz und freier Tonalität stehen neben Ruhepunkten und heftigen Erschütterungen.
[...] Straube benötigt für das Werk lediglich kleine Gesten, er deutet oftmals nur an und lenkt so Chor und Solisten. [...], die übrigen Soli waren auf ein Drittel der Sängerinnen und Sänger verteilt - und alle überzeugten auch hier aufgrund ihres tatsächlich höchsten künstlerischen Niveaus. [...]
Mit den letzten drei Nummern der "Figure humaine" bedurfte es wiederum größerer, konkreter und gezielt fordernder Gesten des Dirigenten als im Schumann-Märchen - und letztlich siegt an diesem Abend der Gedanke der Freiheit, "Liberté": strahlendes Dur, strahlende Stimmen. Bravo.
Hildesheimer Zeitung  |  14. Oktober 2006

[...] In den Motetten, die zu den großartigsten Schöpfungen der Chormusik gehören, überzeugte die klare Stimmführung, der differenzierte Ausdruck und die überaus plastisch geratene musikalische Interpretation. Der Jubel und die überschwängliche Lobpreisung skizzierten die Gesangsstimmen als ein kunstvolles Geflecht aus Wechselchören und Fugen, durch die gerade am Schluss eine grandiose Mehrstimmigkeit entstand. Sauber und textverständlich sang der Figuralchor sämtliche anspruchsvolle Partien. Nach einem reinen Bach-Konzert, das die Seele berührte, forderte das Publikum noch zwei Zugaben.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  28. Februar 2006

Auf ein volles Vierteljahrhundert blickt der Norddeutsche Figuralchor in diesem Jahr zurück. Aber hörbar in die Jahre gekommen ist das herausragende Vokalensemble noch lange nicht. Wie eh und je scheint es ein Magnet für jugendlich-spannkräftige Stimmen zu sein, die unter der um- und weitsichtigen Anleitung von Jörg Straube zu einem unverwechselbaren Gesamtklang verschmelzen.
Kein Wunder also, dass der Norddeutsche Figuralchor das Jubiläumsjahr mit einem reinen Reger-Konzert in der hannoverschen Marktkirche einläutete. Auf dem Programm: Chor- und Orgelwerke (gespielt von Ulfert Smidt) in der regertypischen Synthese aus spätromantisch ausufernder Harmonik und kontrapunktischer Strenge à la Bach - Stücke, die selbst Berufschören nicht ganz leicht von den Lippen gehen. Von technischen Höchstschwierigkeiten zeigt sich der Norddeutsche Figuralchor indes unbeeindruckt. Mit entwaffnender Selbstverständlichkeit entwirrt sich so auch das verflochtene Stimmendickicht des posthum vervollständigten "Vater unser" für zwölf Stimmen in drei Chören.
Und das Schönste: Technische Souveränität ist nie Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für subtile Gestaltung. Zum Einsatz kommen alle erdenklichen Chortugenden wie eine reiche Palette von Klangfarben und dynamischen Valeurs, eine makellose Deklamation und - darin zeigt sich die wahre Qualität eines Vokalensembles - eine vorbildliche Pianokultur. Und die möchte man auch in den nächsten 25 Jahren immer wieder genießen.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  27. Februar 2006

[...] Die Choristen bieten eine gewohnt schwere- und schlackenlose, auch in den Solopartien durchweg ansprechende Vorstellung [...] im abschließenden "Dixit Dominus" vollbringen sie kleine chorische Wunder - am fesselndsten vielleicht das gestochen scharfe, dynamisch überaus kontrastreiche Profil des genauso geschmeidig wie energisch dargebotenen Eingangschores. [...]
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  28. November 2005

[...] Was das Publikum [...] zu Gehör bekam, erwies sich als wahrlich weltmeisterlich. Unter dem Leitgedanken "Festlich in den Advent" präsentierten der Figuralchor Hannover und das Ensemble Musica Alta Ripa unter der Leitung von Jörg Straube Psalmkompositionen und Konzerte [...] Aber auch die hervorragenden Solisten des Chores überzeugten. [...] Das von beiden Ensembles zum Abschluss aufgeführte Dixit Dominus von Händel unterstrich die besondere Klasse der Künstler.
Oldenburgische Volkszeitung  |  28. November 2005

[...] Auf ähnliche Art erfreulich wirkte der Norddeutsche Figuralchor aus Hannover unter Jörg Straube. Er ist stimmlich und gestalterisch hervorragend, aber dennoch kein Projektchor aus Profis, die sich nur selten treffen. Der begnadete Chorfachmann Jörg Straube probt mit dem Chor wöchentlich und hat ihn zu einsamer Höhe geführt. Das zeigten Bachs Motetten "Komm, Jesu, komm" und "Der Geist hilft". Straubes rasch fließende Tempi klangen dennoch nicht hastig; auch Bindungen und Staccati wirkten nicht marottenartig übertrieben, sondern es wurde so natürlich musiziert, wie es für gute Musiker selbstverständlich sein sollte. Begeisterter Beifall.
Heilbronner Stimme  |  6. Oktober 2005

[...] Für die Verständlichkeit von Koerppens vielschichtiger Klangsprache sorgten die knapp 30 Sänger des vielfach ausgezeichneten Figuralchores sowie die Organisten Ulfert Smidt und Ryoko Morooka. Kein Akkord war dem Ensemble zu farbgewaltig, keine Klangfläche zu weit. Chorleiter Jörg Straube lotete [...] Koerppens packendes Psychogramm seismographisch genau aus. Auch in der 1992 entstandenen Chorerzählung "Elia" glänzte der Figuralchor mit einem beeindruckenden Spektrum zwischen Flüstern, entrücktem Piano und schillerndem Klangfächer. In Johann Sebastian Bachs Motette "Jesu, meine Freude" schließlich steuerte Straube ebenso geradlinig wie anrührend auf diesen einen, so bedeutenden Satz zu: "Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein." Unprätentiöser und gleichermaßen direkter lässt sich Bachs Glaubensbekenntnis wohl kaum übersetzen. Dem Figuralchor gelang das nachhaltig und souverän.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  30. Mai 2005

From our perspective [...] several lengthy and hugely demanding items won our admiration. The Norddeutscher Figuralchor [...] gave us two marvellous experiences, with Strauss's racy and unpublished Die Gottin in Putzzimmer (alluding to his wife's untidiness!) and Schonberg's Friede auf Friede (horrendously difficult, emerging as beautiful and deeply moving) plus, in their church concert, Bach's great motet Jesu meine Freude (often sung with instrumental support to prevent the pitch falling, but not by these seasoned virtuoso singers).
www.musicalpointers.co.uk  |  Mai 2005

[...] Was die Sängerinnen und Sänger unter Jörg Straubes dezidiertem wie tänzerischem Dirigat zu Wege brachten, war Chorkultur höchster Güte. Der vollkommen durchlichtete, geradezu schwebende Klang, die perfekte Balance zwischen den Einzelstimmen, die gemeißelte Diktion: Das alles weist dem Norddeutschen Figuralchor einen wahrhaft exponierten Platz [...] zu.
Die Sonderstellung rechtfertigte der mit beachtlicher Tiefenschärfe und drängendem Gestus gemeisterte Eingangschor der Kantate BWV 36 - intensiver geht’s kaum. Dass die Solopartien durchweg mit Chorsängern besetzt waren, verwunderte angesichts derart verschwenderischer stimmlicher Ressourcen nicht.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  30. November 2004

[...] Doch nur ein Chor von der Klasse des Norddeutschen Figuralchores kann die Nuancen und Schattierungen auch herausstellen. Wobei Jörg Straube auf jedes Detail vom rezitierenden Tonfall bis zu illustrativen Dissonanzen achtete und diese entsprechend modulierte: der Chor sang mit eben soviel Herz wie Verstand.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  22. Februar 2004

[...] Mühelosigkeit und Geschmack auf der einen sowie ein bestechendes Maß an choristischer Vokalkunst und Perfektion auf der anderen Seite waren an diesem Abend spektakulär.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  8. Dezember 2003

[...] war ein seliges Schwelgen des Männerchors mit leichten, beweglichen Stimmen, und in der Vereinigung bestachen beide Chöre [...] immer wieder durch das hohe Maß an Stimmkultur, die schlackenlose Reinheit der Chorsolisten, die beispielhafte Verständlichkeit des Textes und seine eindringliche Gestaltung.
Jörg Straube verlangt in jedem Augenblick absolute Präsenz, stützt den Chor durch eine umfangreiche, temperamentvolle und zweifelsfreie Dirigiersprache und hat mit der Formung von zwei Solistenquartetten sowohl als eigenständiger als auch integrierter Bestandteil des Kammerchors anspruchsvolle Maßstäbe gesetzt.
Rotenburger Kreiszeitung  |  23. September 2003

[...] begeisterte der renommierte Norddeutsche Figuralchor unter präziser, angenehm weniger am theatralischen Gestus als an musikalischer Substanz interessierten Leitung von Jörg Straube. [...] Ausnahmezustand im oftmals mehr auf plakative Effekte eingestimmten Konzertbetrieb. [...] außergewöhnlich hohe Textverständlichkeit [...] Am meisten sangen sich allerdings die überragenden Solisten des Norddeutschen Figuralchors ins Zentrum der allgemeinen Begeisterung [...].
Nürnberger Nachrichten  |  17. März 2003

[...] Jörg Straube und der Norddeutsche Figuralchor interpretierten die Messe [...] in der hannoverschen Marktkirche mit dosiertem Schwung, der dem Kaleidoscop von Belcanto-Schmelz [...] und filigranen Fugato-Sätzen in allen Facetten gerecht wurde.
[...] Zehn Minuten dauerte der Beifall in der annähernd gefüllten Marktkirche; Bravorufe gab es für den Chor und seinen Leiter.
Hannoversche Allgemeine Zeitung  |  3. Juni 2002

[...] Auch dieses mal hatte er ein außergewöhnliches Ensemble eingeladen, den Norddeutschen Figuralchor unter der Leitung von Jörg Straube. [...] Mit ausgezeichneter Artikulation und viel Einfühlungsvermögen interpretierten die jungen Sängerinnen und Sänger [...] bestach der Chor durch sein musikalisches Verständnis [...] .
[...] Der vielschichtigen Musik trug das Ensemble Rechnung mit einer differenzierten und einfühlsamen Interpretation, stets bemüht, den Charakter der einzelnen Sätze herauszuarbeiten. Mit standing ovations und einem lang anhaltenden Applaus bedankte sich das begeisterte Publikum für ein Konzert von außergewöhnlicher Qualität.
Ruhr-Nachrichten  |  30. Oktober 2001

[...] Gleich die Fest- und Gedenksprüche op. 109 von Brahms ließen keinen Zweifel daran, daß bei dem semiprofessionellen Ensemble der Wortteil "professionell" bei weitem überwiegt.
Man erlebte einen extrem linearen Chorklang von eindruckvoller Homogenität und dynamischer Nuancierungsfähigkeit. Kein Zweifel, hier wurde auf enorm hohem Niveau musiziert, [...]
Frankfurter Allgemeine Zeitung  |  28. August 2001

[...] Und wenn ein Ensemble wie der Norddeutsche Figuralchor diese Musik zum klingen bringt, meint man, durch himmlische Sphären zu gleiten. Die Stimmen schweben, atmen die Musik, die einzelnen Stimmlagen wachsen auseinander und doch immer wieder zusammen.
[...] artikulierte der Chor sehr deutlich, wobei er jedes Detail - vom brausenden Meer bis zu den fanfarenartigen Trompeten - plastisch ausmalte und die Anweisungen des Dirigenten unglaublich sensibel umsetzte. Das war a-capella-Musik vom Feinsten.
Frankfurter Neue Presse  |  28. August 2001

[...] Das stilistisch vielschichtige Werk erfuhr in der Basilika des Johannisberger Schlosses eine sehr intensive, beeindruckende Deutung durch den Norddeutschen Figuralchor unter der Leitung von Jörg Straube. Dabei gelang es dem Ensemble, sowohl die mystischen, in modalen Harmonien versunkenen Abschnitte spannungsvoll umzusetzen, als auch die dramatischen, oftmals in Ostinati-Rhythmen gestalteten Passagen packend darzustellen. [...] Dazu kommt, dass der Chor auch die technischen und intonatorischen Tücken dieses harmonisch anspruchsvollen Werkes aus den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts perfekt umschiffte.
[...] Auch hier fiel die Reinheit der Intonation positiv auf. Doch auch die Geschmeidigkeit der vielen Melismen und die Deutlichkeit der achtstimmigen polyphonen Gewebes waren vorbildlich.
Wiesbadener Tagblatt  |  27. August 2001

[...] Man war wie benommen. Wäre am liebsten in stille Rheinauen geflohen, um das soeben Gehörte erst einmal zu verdauen. Mit wieviel Geschmack hier gesungen wurde, mit wieviel Sinn für Nebenschauplätze.
Zweifellos: Die Norddeutschen bilden eine Hochburg anspruchsvollen Chor-Gesangs. Wie da jede Phrase abgerundet wurde, es war ein Fest. Klänge aus dem Nichts heraus zu produzieren und sie ansatzlos wieder zurückzuführen - ganze Chor-Armeen scheitern daran. Für die etwas mehr als 30-köpfige Sängergarde aus Hannover ist dies offenbar die größte Selbstverständlichkeit.
[...] Straube dirigierte mit meist kleinen Gesten, doch mit einer Präzision, dass alle Signale prompt vom Chor umgesetzt wurden. Im Kyrie schoben sich die beiden Teil-Chöre ihre imitatorischen Stimm-Einsätze gegenseitig zu. Alles schaukelte, alles oszillierte. Man fragte nicht: Wie machen die das? Man horchte bloß. Ob die Cluster-Effekte im Gloria oder die stets an der Grenze zur Atonalität schaukelnden Tonrückungen im Benedictus - sämtliche Kühnheiten wurden in ein organisches Ganzes integriert.
Rheinische Post  |  15. Mai 2001

[...] Zu bewundern war zunächst natürlich das technische Vermögen des 27 Sänger starken semiprofessionellen Chores: Die enorme Ausdauer, die hervorragende Balance zwischen den Stimmgruppen [...] und die angenehm schlanke und kontrollierte Tongebung auch in den dicht bewegten achtstimmigen Abschnitten.
[...] schließlich setzte der Chor [...] die diskrete aber ungeheuer plastische Zeichensetzung des Dirigenten unmittelbar hörbar um. Jörg Straube ist einer jener heutzutage äußerst raren Bach-Interpreten, die bei aller Freude an der federnden, "sprechenden" Kurz-Phrase dennoch wunderbar weite und atmende Bögen zu ziehen wissen, ein Interpret, der mit dem Tempo mal sehr strikt, wo geboten, aber auch wieder vollkommen frei umgehen kann. Nicht nur die unglaubliche satztechnische Vielfalt Bachs [...] wird auf diese Weise sinnfällig, sondern auch die religiöse Dringlichkeit einer Motette wie "Jesu, meine Freude".
Neue Osnabrücker Zeitung  |  5. September 2000